Sonntag, 2. April 2017

Segeln

Wenn wir aus unserer Wohnung Richtung Süden schauen, dann sehen wir auf die Seen, welche der Stadt als Wasserreservoir dienen.
Glücklicherweise dienen sie auch als Naherholungsgebiet. Gestern haben wir mit ein paar anderen CH-LehrerInnen einen Nachmittag segelnd auf dem See verbracht. Schön war's!

Aussicht aus unserer Küche, im Hintergrund die Seen.











Dienstag, 14. März 2017

Sonntagsausflug ans Meer

Wir hatten am Wochenende Lust auf einen kleinen Ausflug vom Typ "lass uns ein bisschen Zug fahren, an einem netten Ort Mittagessen und dann wieder nach Hause fahren".
Da es hier leider keine Züge gibt, hiess das konkret "lass uns ein bisschen Car fahren".
Somit am Samstag im Internet nach Bussen gesucht, irgendwann entnervt aufgegeben, da die meisten Webseiten eher schlecht und lahm sind. Ich hätte durchaus einen Platz reservieren/kaufen können, danach hätte ich jedoch die Bestätigung ausdrucken und am Sonntag dann damit am Schalter anstehen und den Voucher in ein richtiges Ticket umtauschen müssen.... Naja, da kann ich auch gleich direkt am Morgen am Schalter lösen (dass mehr als die Hälfte des Cars noch frei war, habe ich ja bereits online gesehen).
Somit sind wir am Sonntag Morgen zum Busbahnhof, haben uns ein Ticket gekauft für eine Fahrt nach Praia Grande und zurück (eine 2 stündige Fahrt kostet umgerechnet 10.- p.P.)


Vom Jabaquara Busbahnhof ist man ziemlich schnell aus der Stadt und dann beginnt der schöne Teil der Fahrt durch das Küstengebirge mitten durch den Urwald. Schön!






Unterwegs noch diesen Lastwagen gesehen, fast etwas Heimweh nach unserem Frachtschiff gehabt, haben wir doch drei Wochen lang diese schönen roten Container als Aussicht gehabt ;-)


In PG angekommen festgestellt, dass das tatsächlich keine Schönheit ist, was wir zum Glück auch nicht erwartet haben.
Aber mit Ausblick aufs Meer und mit dem dazugehörenden Rauschen mittagessen war ganz angenehm, auch wenn es an diesem Tag mal wieder brütend heiss war (35°).






Nach drei Stunden am Meer sind wir wieder mit dem klimatisierten Car zurück gefahren.
Ein wunderbarer Sonntag!

Mittwoch, 1. März 2017

Kurzurlaub in der Serra Mantiqueira

Das war schön! Abzüglich der Reisetage hatten wir drei wundervolle und ruhige Tage verbracht.
Am Samstag sind wir morgens um 6.00 losgefahren aber leider trotzdem im Stau gelandet. Carnevalferien scheinen wie Ostern am Gotthard zu sein, egal wann man fährt, Stau gibt es immer.
Jä nu, nach fünf Stunden waren wir dann auch am Ziel. Die letzten 25km waren Naturstrassen, was in dieser Gegend die Regel ist.
Ansonsten war alles wie erhofft: kein Telefonnetz, kein Internet, kein Strom, kein Lärm, gaaaanz viel Natur, etwas Wandern, herrlich geschlafen, deutlich kühlere Temperaturen (nachts sogar ziemlich frisch, ein Kaminfeuer war definitiv angebracht) und ganz viel gelesen.

Flora und Fauna haben mich regelmässig daran erinnert, dass ich nicht in einem grossen Emmental bin, sondern in Brasilien. Wenn der grasgrüne Papagei auf dem Kamin lautstark was erzählt, hunderte verschiedene Schmetterlinge in den schönsten Farben vorbeifliegen, der Geruch im Wald ganz anders ist... Aber dass sich viele Schweizer Einwanderer damals in dieser Gegend niedergelassen haben, kann ich durchaus verstehen.

Unser Häuschen:







Am Sonntag hat es mehrheitlich geregnet, deshalb haben wir nur einen kurzen Ausflug nach Gonçalves gemacht. Als ich an der Tankstelle am Tanken war, hat Fäbu aus dem Auto gemeldet, dass mich jemand grüsse. Jaja, bestimmt. Sind halt freundlich, die Brasilianer. Ach ne, tatsächlich, stand doch glatt einer der Turnlehrer von der Schule vor mir. Obwohl riesig, scheint Brasilien auch nur ein Dorf zu sein.





Am Montag war das Wetter besser, deshalb haben wir einen Ausflug nach Monte Verde gemacht, von wo man Wanderungen in die Höhe machen kann. Dass Monte Verde ein touristisches Dorf ist, haben wir gewusst, aber grad so.... Schweizer Raclette? Oder lieber ein Fondue? Und das mitten tausender Touristen. Nein danke ;-)










Gestern sind wir von unserem Häuschen aus in die nächste Beiz (5km) gelaufen, da es sowas wie Wanderwege nicht gibt, einfach der Strasse entlang. Pro Weg kam jeweils nur ein Auto an uns vorbei.  Deshalb scheint es dem Hengst auch wohl zu sein, mitten auf der Strasse. Er stand jedenfalls jeden Tag da, aber selten so schön am Rand wie auf dem Bild.








Sonntag, 19. Februar 2017

eine erfolgreiche Woche

Bereits ist wieder eine Woche um.... Und ich habe schon wieder vergessen Photos zu machen.
Die Zeit scheint hier momentan etwas schneller zu vergehen als in Solothurn.
Apropos Zeit, seit heute ist bei uns Winterzeit angesagt, d.h. wir sind jetzt 4 Stunden hinter Mitteleuropa.


In der Schule gibt es nicht viel Neues, die Mutter des angeschrienen Mädchens kam tatsächlich noch zu einem Gespräch in die Schule (interessanterweise finden solche Gespräche meist nur mit dem Stufenleiter statt, ohne die betroffene Lehrperson). Inzwischen hat sich die Lage wieder entspannt und wir gewöhnen uns aneinander. Die Heilpädagogin der Schule hat mir den Tipp gegeben, dass die Kids hier wahnsinnig auf Belohnung stehen, seither läuft es deutlich besser. Wenn Anfang Woche in meiner herausfordernsten Klasse beim Klingeln höchstens die Hälfte der Kids an ihren Plätzen sass und ihr Material bereit hatten, waren es Ende Woche bereits 15 von 17. Yay :-)
Apropos Heilpädagogin: wir haben nur eine einzige für die ganze Schule. Ihr Job ist es, SuS abzuklären, Massnahmen für den Unterricht  und ev. Nachteilsausgleiche (mehr Zeit, mündlich statt schriftlich etc.) zu definieren. Sollten die Kids eine Therapie (Logo, Lega etc.) benötigen, müssen sie die extern besuchen.
Was noch? Mit meinem Portugiesisch Unterricht geht es langsam vorwärts, ich verstehe immer mehr und meine Gegenüber schauen nicht mehr immer nur ratlos, wenn ich etwas sage. Diese Woche habe ich sogar zum ersten Mal freiwillig aktiv einen Anruf getätigt (Telefonieren finde ich am schwierigsten, die armen Menschen können dann meine Gesten so schlecht sehen ;-)).
Die freundliche Dame hat mich tatsächlich verstanden und mir meinen Wunsch erfüllt.
Auch sonst war die Woche recht erfreulich: man glaubt es kaum, aber seit Dienstag besitzen wir ein brasilianisches Bankkonto inkl. Karte, und krankenversichert sind wir auch endlich wieder. Es dauert halt alles seine Zeit...
Und unsere Carneval-Ferien klappen, Haus und Auto sind gebucht! (und sollte es in den Bergen etwas weniger heiss als in der Stadt sein, würde das auch nichts machen, seit einer Woche haben wir täglich über 30 Grad und es ist eher drückend. Schwitz!).
Auf in die nächste Woche!

Sonntag, 12. Februar 2017

Hyperakusie?

Nein, noch leide ich glücklicherweise nicht wirklich an Hyperakusie (=Lärmempfindlichkeit), aber heimatland... im Schulhaus hat es konstant einen Lärmpegel, welcher mir tatsächlich zu schaffen macht.
Während meiner letzten Lektion am Freitag war ich dann derart genervt ab dem ewigen Geschnatter, dass ich eines meiner doch eher lauten "hey!" rausposaunt habe - zack, Elterntelefon (naja, nachdem ich einer jungen Dame seit dem ersten Tag bestimmt schon an die 30 Mal gesagt habe, sie solle bitte aufhören mit ihrem Stift auf der Hand rumzumalen, es störe mich, habe ich ihr (in der selben Lektion) den Stift weggenommen und in die Ecke gepfeffert, das hat den Anruf ev. etwas beschleunigt ;-)) Nicht wirklich pädagogisch korrekt, aber jä nu, zwischendurch bin ich halt auch nur menschlich. Mein Stufenleiter hat es zum Glück sehr gelassen genommen und mich unterstützt.

Ist die Lektion zu Ende, und frau tritt auf den Flur, geht der Lärm erst richtig los.... Hunderte von Kids sämtlicher Jahrgänge toben sich so richtig aus. Auf dem Pausenplatz haben leider nur etwa 50 Platz, der Rest vergnügt sich halt im Schulhaus drinnen.

Seufz! Schnellschnell in die Sala das professores. Argh.... fast noch schlimmer! Rund fünzig Lehrpersonen stehen sich auf den Füssen rum und müssen ziemlich laut sprechen, damit ihr Gegenüber sie überhaupt versteht, d.h. der nebenan muss dann noch lauter usw. usf.

Endlich, Mittagspause! Ab in die Mensa. Oder doch nicht?


Die Kindergartenkids haben um 12.05 Feierabend, Primar 2-4 hat einen Nachmittag Unterricht, Primar 5 muss zwei mal bleiben und ab der Sek haben die Kids 4-5 mal nachmittags Unterricht.
Die Mittagspausen sind gestaffelt, da nicht alle gleichzeitig in der Mensa Platz haben, aber voll ist es immer. Entsprechend der Lärmpegel. 
Ihr könnt mich heikel nennen, aber ich kann da nicht essen, weshalb ich mir etwas von Zuhause mitnehme und auf der Terrasse vor dem Lehrerzimmer esse.

Es gibt Momente, dann wünsche ich mir den nervigen Güggel von unserem temporären Zuhause zurück.

Zum Glück kehrt dann punkt 15.35 Uhr Ruhe in den Laden ein. Auf einen Schlag sind alle SuS und die meisten Lehrpersonen weg, herrlich :-)

Für die fünf freien Tage über Carneval planen Fäbu und ich einen Ausflug in die Serra da Mantiqueira, drei Stunden von São Paulo entfernt. 
Berge, Natur, Wandern, kein WiFi, kein Strom und viel, viel Ruhe.
Hoffentlich klappts.





Samstag, 4. Februar 2017

Schule Wo1

Uff! Die erste Woche ist geschafft!
Grundsätzliche hat das schon mal riesig Spass gemacht. Die Kids sind auch hier einfach Kids ;-).
Im Vorfeld wurde gesagt, dass sie "lebhaft" (durch die Blume hiess das eher schlecht erzogen und ziemlich wild) und unselbständig (Nanny, Hausmädchen etc. regeln sonst alles) seien.
Sprechen tun sie tatsächlich sehr gerne, und wenn sie dürfen am liebsten immer, aber wenn ich da an meine zwei Lieblings-Chiccas der letzten Klasse in Solothurn denke, war das nicht wirklich anders.
Und auch meinen Sek B SuS in der Schweiz musste ich regelmässig wieder beibringe, wie man eine Agenda führt, Hausaufgaben plant etc., obwohl sie das schon seit der 1. Klasse hören. Also auch nicht wirklich neu für mich.

Wieder mal unsere Aussicht


Einen Unterschied punkto Sprechen habe ich jedoch tatsächlich schon festgestellt: in der Schweiz hatte ich Kids, welche einen super Vortrag geschrieben haben,  sich dann aber schrecklich zierten, den auch vorzutragen; hier kann der schriftliche Teil noch so schlecht sein, vortragen wollen alle super gerne, und das können sie wirklich auch gut.

Mediothek der Schule (inkl. TagiMagi, Folio etc.)


Liebe Schützi-LPs, könnt ihr euch an die Sitzung erinnern, wo diskutiert wurde, wie Einträge im LehrerOffice formuliert sein müssen, und ob man das bei Elterngesprächen den Eltern zeigen darf?
Wenn ich hier einen Eintrag eingebe (Verspätungen, Verhalten, Disziplin, Material vergessen etc.), erhalten die Eltern umgehend eine SMS.............
Auch sonst sind die Eltern hier deutlich aktiver (wäre ich wohl auch, wenn ich ein mittleres Vermögen für Schulgeld bezahlen würde). Elterngespräche oder Anrufe sind hier daily business. Jede LP muss zu Beginn des Schuljahres der Rezeptionistin drei Zeitfenster pro Woche angeben, während derer sie jeweils für Gespräche/Anrufe zur Verfügung steht (egal, ob morgens um 9 Uhr oder nachmittags um 14 Uhr. Niemand erwartet, dass ich nach 15.35 noch zur Verfügung stehe).
Da die meisten Kids gefahren werden, wimmelt es  ab 7 Uhr und ab 11.30 Uhr von Eltern im Schulhaus. Auch da sind kurze Gespräche üblich.
Den Schulbus nutzen wenige und zu Fuss oder mit dem Velo ist auch eher selten, dann eher mit Chauffeur und Bodyguard.

gut gebastelt ist halb gewonnen/gekühlt (im Stadtzentrum)


Ansonsten wurstle ich fleissig weiter, nach wie vor ohne Schul-Laptop, dafür ist inzwischen klar, wann ich in welchem Zimmer unterrichte, ich habe einen Extranet-Zugang erhalten (nützt nur leider nicht soooo viel, da von meinen 11 Klassen/Fächer erst 2 aufgeschaltet sind), ich kann tatsächlich kopieren (naja, das ist auch ähnlich wie in der Schweiz, irgendeinen Papierstau, Toner-Wechsel oder sonstiges Wehwehchen haben auch braslianische Kopierer), ich habe schon fast den Durchblick, was ich in diesem Jahr in welchem Fach erreichen muss und wie weit sie letztes Jahr gekommen sind.
Somit alles gut ;-)

Fäbu geniesst seine Tage, von Langweile und Einsamkeit keine Spur. Mit Haushalt, Sport, Portugiesisch lernen, Lebensmittel/Rezepte aufspüren etc. ist er rundum beschäftigt.
Und ich finde es fantastisch, dass ich abends nach Hause kommen kann, und die Wohnung ist geputzt, die Wäsche gewaschen, der Kühlschrank gefüllt, auf dem Tisch steht leckeres Essen - paradiesisch!

so sah das die letzten zwei Donnerstage bei uns zum Znacht aus :-)