Dienstag, 20. September 2011

Fragen

Habe gestern mal wieder ein eMail mit Fragen Richtung Zypern geschickt, leider war die Antwort nicht ganz wunschgemäss:

"Dear all,
I will be out of the office on a various business trip and vacation from September 16 until October 16.
During this time i might have a limited access to my emails."



Herr P.O., ich wünsche schöne Ferien und hoffe, dass ich vielleicht trotzdem Antworten erhalte.



Sonntag, 18. September 2011

Unterschiedliche Erfahrungen

Am ersten Tag im Basic Safety Kurs mannigfaltige Abschreckungs-Geschichten von Dirk zu hören bekommen:
-       „ihr seid ein Paar? Ihr trennt euch spätestens nach 3 Monaten. Was? Ihr seid verheiratet? Dann lass ihr euch halt scheiden. Beziehungen an Bord gehen nie gut“
-       „was Freizeit? Welche Freizeit? IHR HABT KEINE FREIZEIT!“
-       „du  arbeitest im Restaurant? Na dann siehst du immerhin während der Arbeit mal Tageslicht“
-       „Glaubt ja nicht, dass ihr die Welt sehen werdet. Ausser euerem Schiff werdet ihr nichts sehen!“
-       usw. usw. usw.

Als dann am zweiten Tag mitten im Unterricht eine Frau hereinplatze um von ihren Erfahrungen zu berichten, welche natürlich ausnahmslos schlecht waren, glaubten wir zuerst, dass Dirk sie engagiert hat. War aber wohl tatsächlich echt.
Sie ist Coiffeuse, hat ihr eigenes Geschäft, ihre Wohnung und überhaupt alles aufgegeben, um ihren Traum zu verwirklichen. Dumm gelaufen! Bei ihr ging so ziemlich alles schief, was schief gehen kann: Lohn bekam sie keinen, zum Essen gab es nur „Fischköpfe, Reis und verfaulte Früchte“ (!!) und überhaupt war alles ganz, ganz schlimm, sodass sie nach zwei Monaten aufgab und jetzt vor dem Nichts steht.

Sh... happens, mich beunruhigte nur ganz ein klein wenig, dass sie auf der Artania war...

Gestern dann im Kreuz eine Dame um die sechzig, welche gleich in Jubelschreie und sentimentale Seufzer ausbrach, als sie gehört hat, dass ich auf einem Kreuzfahrtschiff anheure. Sie ist Coiffeuse und war zwei mal acht Monate lang an Bord, Karibik und so, und alles war ganz, ganz toll, und sie beneidet mich grad wahnsinnig.

So sind Wahrnehmungen, Erwartungen und Erfahrungen halt eine sehr individuelle Sache, und jeder muss selber da durch.

Ich bin ja mal gespannt, ob wir unser Abenteuer als top oder als flop erleben werden.




Donnerstag, 15. September 2011

Basic Safety und Crowd Management Kurs in Rostock


Mitte August hatten Fäbu und ich das Vergnügen, einen Basic Safety und Crowd Management Kurs in Rostock zu besuchen, welcher für alle Mitarbeiter an Bord eines Kreuzfahrtschiffes obligatorisch ist.
Kursinhalte waren: 
  •         Überleben auf See
  •         Bekämpfung und Löschung von Bränden
  •         1. Hilfe
  •         weiterer, weniger spannender Kram
  •         und vorallem ganz, ganz viele (hauptsächlich unschöne) Geschichten über das Leben auf Kreuzfahrtschiffen

Jeden Morgen von 8 Uhr bis ca. 12.30, und nachmittags von 13 Uhr bis ca. 15 Uhr sassen wir im Schulzimmer und bekamen Folie um Folie vorgelegt, zwischendurch mal unterbrochen durch ein Video, ab 15 Uhr dann der spannende Teil: die Praxis. Das war cool!!
  •  Auf einen Turm hochklettern, sich irgendwie mit dem Rücken in Fallrichtung in das Freifallboot reinquetschen, und dann ab die Post, Mechanismus auslösen und los geht’s. Fast wie im Europapark
  •  Als Teletubbies verkleidet (a.k.a. Überlebensanzug) zwei Stunden in der Warnow rumschwimmen, in eine Rettungsinsel reinklettern, die gekenterte Insel wieder umdrehen, in Formationen schwimmen, mit einer Schlaufe unter den  Achseln an einer Winde aus dem Wasser gezogen werden, von der Hafenkante wieder reinspringen etc. etc.
  •  Mit sämtlichen Arten von Feuerlöschern rumspielen, resp. Brände löschen, dito mit dem Feuerwehrschlauch, dito mit der Wasserkanone, im Brancontainer in voller Schutzbekleidung mit Atemschutzgerät in Dreierteams das Desaster unter Kontrolle halten resp. Löschen
  •  Sämtliche Notsignal-Fackeln endlich mal abfeuern dürfen (ansonsten nicht zu empfehlen, solche Übungen müssen bei der Seenotrettung angemeldet werden)

 War eine interessante, lehrreiche und durchaus auch lustige Woche  (und wenn wir eine zweite Saison an Bord arbeiten, erhalten wir sogar das Kursgeld zurück ).

P.S. bis auf zwei Photos habe ich alle aus dem Netz geklaut! 










Montag, 12. September 2011

Kreuz vor Kreuzfahrt

Noch arbeite ich im Kreuz, deshalb hier Werbung in eigener Sache, aber die nächste Kreuzfahrtstory folgt bestimmt.


Pressemitteilung
Das Kreuz überbrückt den Oktober im Löwen
Im Herbst tut sich etwas in der Solothurner Gastronomie. Das Restaurant «Kreuz» überbrückt eine fünfwöchige Umbauzeit im Oktober an der Löwengasse 15. Endlich kehrt wieder Leben in den traditionsreichen «Löwen» ein.
fe. Sie bewegt sich, die Gastroszene Solothurn. Am Samstag, 1. Oktober 2011 hat xxx, Bereichsleiterin der «Beiz», ihren letzten Arbeitstag in der Genossenschaft Kreuz. Die Genossenschaft freut sich, dass mit Roukia Gherbi – sie hat ihre Ausbildung zur Restaurantionsfachfrau im Kreuz erfolgreich abgeschlossen – eine engagierte Nachfolgerin aus dem Team die Leitung übernimmt.
Und die ganze Kreuz-Crew feiert einen – wenn auch vorübergehenden – Abschied. Im Oktober werden das Entrée, die Wirtschaftsräume und Toiletten im Parterre erneuert, das Foyer im 1. Stock wird aufgefrischt und das Kreuz wirtet in dieser Zeit im Löwen. Statt den treuen Stammgästen Abstinenz und dem Personal Zwangsferien zu verordnen, wirkt das Kreuz nun vom Dienstag, 4. Oktober bis Samstag, 5. November eine Gasse stadteinwärts. Mit einem etwas kleinerem, aber natürlich feinem Angebot auf der Speisekarte und gewohnt herzlich werden die Gäste in der schönen, alten Löwenbeiz verwöhnt. Der Hotelbetrieb bleibt während der Umbauzeit an der Kreuzgasse 4. Alteingesessene Solothurner wissen. Ein Teil des Kreuz ging schon einmal an die Löwengasse. 1978 gründete man dort die Genossenschaft Löwen. Anders als damals kehren jetzt aber alle wieder zurück. Am Dienstag, 8. November 2011 geht’s im Kreuz in neuer Frische wieder los.
Infos: www.kreuz-solothurn.ch / Tel. 032 622 20 20



Donnerstag, 8. September 2011

Organisation und Effizienz Teil 2


Wie bringt man jemanden am Sonntag 9. Oktober von Solothurn nach Genua? Gewünschte Ankunft so zwischen 11h und 14h.
Es gibt da verschiedene Möglichkeiten:

Variante 1:
Solothurn ab 06.48 Uhr mit RBS nach Bern, weiter mit SBB nach Mailand, umsteigen, danach weiter nach Genua
Ankunft 12.42 Uhr.
Dauer 5h54, zwei mal umsteigen, Kosten 77.- (1/2Tax, einfache Fahrt)

Variante 2a:
Solothurn ab 05.33 mit SBB nach Zürich Flughafen
ZRH an 06.46
ZRH ab 07.50
FRA an 08.55
FRA ab 09.55
GOA an 11.20
Dauer 5h47, zwei mal umsteigen, Kosten Zug 20.-, Flug gemäss Skyscanner 900.-, Total 920.-

Variante 2b:
Solothurn gegen Abend mit SBB nach Zürich
Übernachten in einem Hotel, bis ca. 100 CHF o.k. (ähä, in Zürich!!)
Danach dito Variante 2a, Total Kosten ca 1020.-

Preisfrage: welche Variante hat wohl meine Agentur gewählt?
Natürlich Variante 2a oder 2b. Scho klar.
Die würden besser die Organisation mir überlassen und mir dafür das gesparte Geld überweisen. Aber ich bin ja neuerdings total laid-back und flieg mal eben über Frankfurt nach Genua. Alles kein Problem.

P.S. Uniform-Schuhe zu kaufen macht mir tatsächlich keinen Spass. Nach acht Schuhgeschäften in zwei Städten und drei Stunden Aufwand mit leeren Händen nach Hause gekommen.


Dienstag, 6. September 2011

Organisation und Effizienz

Ach herrje, warum nur bin ich von meinen Eltern zu einem „Organisationstalent“ mit Vorliebe für Effizienz erzogen worden? Und dann noch von Geburt aus Deutschschweizerin?
Mein Leben wäre manchmal soviel einfacher, wenn ich mehr laid-back wäre oder zumindest ein bisschen „manana,manana“.
Hatte ich doch tatsächlich die wahnwitzige Vorstellung, dass mein Agent vielleicht. über eine Liste verfügt, was man/frau denn so packen muss, um an Bord zu gehen. Meine absurde Überlegung war, dass die Agentur schliesslich seit Jahren Hunderte von Wahnsinnigen an Reedereien vermittelt. Wäre doch auch für die Agentur einfacher, wenn sie jedem einen Fötzel mailen könnten.
Hmm... leider nein. Dann halt das ganze telefonisch. Nachdem mein Agent meinte, ein Pulli wäre vielleicht für Dezember in Genua und Ende Januar am A.... der Welt (Ushuaia) ganz praktisch – ah nein, echt? -, konnte ich ihm dann doch noch entlocken, dass ich meine Uniform-Schuhe und hautfarbenen Strumpfhosen (!!!) selber besorgen muss. Aha! Das wollte ich eigentlich wissen, Merci bien. Ah ja, und mein liebster Barwaiter dann auch gleich noch vier weisse Hemden und 3 schwarze Stoffhosen.
Aber alles ganz easy, schliesslich sind wir die ersten zwei Monate noch in Europa unterwegs, da könnte man sich noch alles besorgen, was man auch schon zu Beginn dabei haben hätte können. Pflegeprodukte bitte einen Grundstock mitnehmen, da wir vielleicht unsere freie Zeit nicht mit Deo kaufen verbringen wollen. Mit Schuhe kaufen aber schon, oder wie? (ja, ich weiss, ich bin aber leider keine typische Frau, welche tatsächlich gerne ihre Freizeit mit Schuhe shoppen verbringt).
Tief durchatmen und immer schön Ruhe bewahren und am Besten alles auf manana verschieben.

Samstag, 3. September 2011

Vertrag

Fäbu hat gestern nun auch seinen Vertrag erhalten. Es ist eine schlichte A4 Seite und  beinhaltet wie bei mir 13 Punkte und fertig. Ein Zusatzblatt oder sonst ein Papier, wo vielleicht noch etwas mehr steht, gibt es nicht.
Besonders erheiternd finde ich bei ihm Punkt 13: Überstunden werden mit 3.88 Euro vergütet. Bleibt die Frage, wieviele Stunden sind "normal" und ab wann sind es Überstunden? Aber schön, haben wir darüber gesprochen. Bei mir sind die "Überstunden" eh schon inklusive.
Aber schliesslich gehen wir ja nicht zum Vergnügen auf Kreuzfahrt ;-)